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Abendvisite im Krankenhaus Steinfurt

Immer am 4. Dienstag im Monat um 19.30 Uhr im großen Sitzungssaal

Abendvisite in Steinfurt: Nachlese

24.10.2017: Die Wirbelsäule verstehen: Von Symptomen, Diagnosen und Therapien
Referent: Johannes Heimann, Facharzt für Neurochirurgie

Nackenschmerzen, Kreuzschmerzen oder ganz allgemein Rückenschmerzen gehören zu den Zivilisationskrankheiten. Immer häufiger sind auch junge Menschen betroffen. In vielen Fällen lassen die Schmerzen schon nach kurzer Zeit wieder nach. Wenn der Schmerz und die Bewegungseinschränkungen jedoch länger anhalten, ist es Zeit, dem Rückenleiden auf den Grund zu gehen.

Ein besseres Verständnis für den Aufbau der Wirbelsäule und ihre Funktionsweise können helfen den Rücken gesund zu halten. Gerade bei unspezifischen Schmerzen kann eine Veränderung der Bewegungs- und Lebensgewohnheiten zu einer besseren Rückengesundheit beitragen.

Sind Wirbelsäule und Bandscheiben aber durch Fehlbildungen, Verletzungen, Unfälle oder Verschleiß erkrankt, kommen moderne Therapieverfahren bis hin zum operativen Eingriff in Betracht.

Johannes Heimann, Facharzt für Neurochirurgie, informiert über ausgewählte Krankheitsbilder an der Wirbelsäule und mögliche Therapieformen. Dazu zählen nicht-operative Methoden und moderne operative Verfahren.

28.11.2017: Hernien – ohne Operation geht es nicht

Referent: Chefarzt Dr. med. Reiner Schürmann
(Allgemein- und Visceralchirurgie)

Hernienoperationen gehören zu den häufigen chirurgischen Eingriffen in Deutschland. Das Fachwort ist der lateinischen oder griechischen Sprache entlehnt und wird mit Umschreibungen wie „Höcker“, „Auswuchs“ oder „Spross“ in Verbindung gebracht. Heute steht der Begriff für einen Bruch, zum Beispiel in der Bauchwand. Durch die Bruchpforte können Organteile aus der Bauchhöhle heraus gleiten. Manche Hernie kann man von außen als Vorwölbung sehen und tasten. Andere Hernien machen sich unter Umständen erst beim Heben schwerer Gegenstände bemerkbar.

Doch was genau sind Hernien? Welche Hernienarten werden unterschieden? Wie können sie behandelt werden?

Chefarzt Reiner Schürmann erläutert die Ursachen und Symptome bei verschiedenen Brucharten. Wird eine Hernie diagnostiziert, ist eine Operation unumgänglich, da es sonst zu ernsthaften Erkrankungen kommen kann. Reiner Schürmann erklärt die verschiedenen operativen Behandlungsmethoden. Dabei geht er insbesondere auf moderne und schonende Operationsverfahren ein.

Hier können Sie Informationen zu vergangenen Veranstaltungen der Reihe "Abendvisite" nachlesen.
Amputationen wenn eben möglich vermeiden - Vortrag zur so genannten PAVK stieß auf große Resonanz (Abendvisite 08/2017)
„Schaufensterkrankheit“ wird sie genannt, weil Betroffene nur noch kurze Strecken schmerzfrei laufen können. Für Außenstehende macht es den Eindruck, als würden sie langsam durch die Stadt flanieren, um sich Stück für Stück die Angebote der Geschäftswelt anzuschauen. Doch hinter den Beschwerden steckt eine ernsthafte Durchblutungsstörung der Arterien in Becken und Beinen. Schlimmstenfalls führt das zu Wunden und Amputationen.
Dr. med. Bernd Krabbe, leitender Oberarzt der Abteilung Innere Medizin / Angiologie (Gefäßkunde) im UKM Marienhospital Steinfurt, befasste sich in einer gut besuchten Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“ mit diesem Thema. Mediziner sprechen von der „Peripheren arteriellen Verschlusskrankheit“, kurz PAVK genannt. Durch Verkalkung sind Arterien dermaßen verengt, dass Beine, Füße und andere Körperteile nicht mehr ausreichend durchblutet werden. „In Deutschland gibt es ca. 4,5 Millionen Patienten“, so der Gefäß-Experte. „Eine PAVK reduziert die Lebenserwartung um zirka acht Jahre“, fügt er hinzu. Risikofaktoren bilden unter anderem Nikotinkonsum, hoher Blutdruck, mangelnde Bewegung und Übergewicht. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten die Krankheit zu erkennen, so zum Beispiel durch Ultraschall-Diagnostik, CT und MRT-Untersuchungen.
„Wer rastet der rostet ist nicht nur ein belangloses Sprichwort“, betonte der Arzt und führte aus, dass neben der Beseitigung von Risikofaktoren ein aktiver Lebensstil vorbeugend wirkt. Zu seinen Empfehlungen gehört, dreimal wöchentlich etwa 30 Minuten zu gehen, Treppen zu steigen statt Fahrstuhl zu fahren und möglichst das Fahrrad anstelle des Autos zu nehmen. Auch solle man „Cholesterinbomben“ wie fettreiches Fleisch, Kuchen oder Torten besser meiden.
Ist die Krankheit zu weit fortgeschritten, so dass bereits stark zerstörtes Gewebe diagnostiziert wird, werden Gliedmaßen oft amputiert. Krabbe mahnt, vorher auf jeden Fall eine gefäßmedizinische Untersuchung vorzunehmen, um eindeutig festzustellen, ob beispielsweise ein Zeh oder ein Fuß nicht doch zu retten ist. 60000 Amputationen pro Jahr seien eine hohe Zahl, die sich möglicherweise verringern

Bei Schlaganfall ist Eile geboten (Abendvisite 04/2017)

Bis zu 400.000 Schlaganfälle ereignen sich jährlich in Deutschland. Als starke Risikofaktoren gelten unter anderem Nikotingenuss und Bluthochdruck. Für manche der Patienten liegt der Grund für ihre Erkrankung in der so genannten „Carotisstenose“, einer Verengung der Halsschlagader. Hier haben sich Kalkablagerungen gebildet, die den Blutfluss behindern.

Chefarzt Dr. med. Thomas Wentzler, Experte für Gefäßchirurgie im UKM Marienhospital Steinfurt, befasste sich in einer weiteren Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“ mit dem Thema. „Erste Anzeichen eines Schlaganfalls können Seh- und Sprachstörungen sowie Lähmungen sein“, erläuterte der Arzt. Wer so etwas bei seinem Gegenüber beobachtet, muss rasch handeln. Besonders die ersten drei Stunden nach Auftreten der Symptome sind entscheidend. Unter der Telefonnummer 112 muss umgehend ein Rettungswagen angefordert werden. Manche Krankenhäuser betreiben so genannte „Stroke Units“. Dabei handelt es sich um besondere Organisationseinheiten zur Erstbehandlung von Schlaganfallpatienten.
Es gibt mittlerweile diverse Arten, Schlagaderverengungen medizinisch aufzuspüren, darunter Ultraschall-Untersuchungen oder auch Computertomografie beziehungsweise Magnetresonanztomografie, kurz MRT. Zu den häufigsten Ursachen eines Schlaganfalls gehören Embolien, also Verschlüsse von Blutgefäßen, Durchblutungsstörungen oder das Einreißen von Gefäßen im Gehirn.

Als relativ neue Möglichkeiten der Behandlung nannte Wentzler die „mechanische Katheterthrombektomie“, mit der das Entfernen eines Blutgerinnsels aus dem Gehirn mittels eines Katheters gemeint ist. Gegebenenfalls besteht die Möglichkeit der Kombination mit einer „Lyse“, die eine medikamentöse Therapie zur Auflösung von Blutgerinnseln meint. Auch einen Stent zu setzen ist eine Möglichkeit, bei der allerdings die Risiken genau abgewogen werden sollten.

Plötzliches Fallen kann böse enden (Abendvisite 03/2017)
Stürze im Alter sind oft alles andere als harmlos. Knochenbrüche und psychische Auswirkungen machen sie zu einem ernsten Thema. Die Definition von so genannten „Sturzereignissen“ ist leicht nachzuvollziehen. Es handelt sich um plötzliches und unkontrollierten Fallen oder Gleiten des Körpers auf eine tiefere Ebene.
Christoph J. Konermann, leitender Arzt der Geriatrischen Frührehabilitation am UKM Marienhospital Steinfurt, widmete diesem Thema eine Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“.
Statistisch betrachtet stürzen 30 Prozent der 65-Jährigen einmal im Jahr, in der Altersgruppe über 80 Jahren steigt die Zahl auf 50 Prozent. Ist eine Verletzung die Folge, so entwickelt sich nicht selten die Angst vor dem nächsten Mal, bildet sich das Selbstvertrauen zurück, ziehen sich die Betroffenen aus ihrem sozialen Umfeld zurück oder reduzieren ihre körperlichen Aktivitäten. Häufig stürzen ältere Menschen vor allem in ihrer gewohnten Umgebung. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von ungünstigem Schuhwerk über kurzfristige Schwindelattacken bis hin zu Gangunsicherheit verursachende Medikamente und Arthrose in Kniegelenken.
„Eine gezielte Anamnese ist sehr wichtig, um die genauen Gründe für einen Sturz herauszufinden“, betont Konermann. Grundsätzlich verändern sich mit zunehmendem Alter die Ganggewohnheiten. Die Schrittlänge verkürzt sich, Arme schwingen zur Gleichgewichtsstabilisierung nicht mehr mit. Auch diese Faktoren können einen Sturz begünstigen. „Bis ins hohe Alter besteht die Möglichkeit, Muskeln zu trainieren“, betont der Arzt. Je nach körperlichen Voraussetzungen stehen Krafttrainingsprogramme, Dehnungs- und Balanceübungen sowie Weiteres zur Verfügung. Wichtig ist, sich erst einmal fachlichen Rat bei einem Mediziner, Physiotherapeuten oder ähnlich kompetenten Ansprechpartnern zu holen.
Ein weiterer Faktor ist Vitamin D-Mangel, der im Alter häufiger auftritt. Verminderte Muskelleistung mit erhöhter Sturzneigung und auch die Entwicklung von Osteoporose sind mögliche Folgen. Daher sollte jeder seinen Vitamin D-Status überprüfen lassen. Mit entsprechenden Medikamenten lässt sich das Reservoir wieder auffüllen. Spielen Arzneimittel beim Sturzrisiko eine Rolle, sollte überprüft werden, ob sie tatsächlich in der verordneten Dosis notwendig sind.
Gesten der Humanität sind wichtig (Abendvisite 02/2017)

Dr. Matthias Heyng beleuchtete Strategien, traumatisierten Flüchtlingen zu helfen

In der westlichen Psychotherapie gibt es zahlreiche Möglichkeiten, traumatisierten Menschen wirksam zu helfen. Doch lassen sich diese Methoden einfach so auf Geflüchtete anwenden, die aus einem fremden Kulturkreis nach Deutschland kommen? Dieser Frage ging Chefarzt Dr. med. Matthias Heyng, Experte für psychosomatische Medizin, bei der jüngsten Folge der Veranstaltungsreihe „Abendvisite“ im UKM Marienhospital Steinfurt nach.

Für viele Flüchtlinge standen in der Heimat Verfolgung und weitere Kriegserlebnisse im Mittelpunkt ihres Daseins. Zu Anfang definierte Heyng den Begriff „Trauma“ nach Vorgabe der Weltgesundheitsorganisation WHO: So handelt es sich dabei um ein „kurz oder lang anhaltendes Ereignis oder Geschehen von außergewöhnlicher Bedrohung oder mit katastrophalem Ausmaß, das nahezu bei jedem tiefgreifende Verzweiflung auslösen würde.“ Es sind Konfrontation mit tatsächlichem oder drohendem Tod, schwerer körperlicher Verletzung oder sexueller Gewalt, die Geflüchteten zu schaffen machen. Die so genannte „Latenzzeit“ dauert rund ein halbes Jahr, oft werden die Folgen erst dann deutlich spürbar. Sichtbar werden sie unter anderem durch Persönlichkeitsveränderungen, Angststörungen oder Depressionen. „Wir wissen oft recht wenig über die Menschen, die aus Kriegsgebieten zu uns kommen“, sagte Heyng und betonte, bei seiner Arbeit ständig Neues zu lernen.

Bei der Therapie gebe es zahlreiche Barrieren wie die sprachliche Verständigung, das kulturell bedingte Unvermögen über Traumata zu reden, die Tabuisierung psychischer Symptome oder geschlechtsspezifische Therapiebarrieren. Auch die Kostenübernahme sei oftmals eine Frage, denn in den ersten 15 Monaten würden nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz nur Notfallbehandlungen bezahlt.
„Notwendig ist eine Vernetzung von Hilfsangeboten“, betonte der Arzt, aber auch Gesten der Humanität seien sehr wichtig.

Nach akuter Traumatisierung sind Schutz, Begleitung und Beratung der Betreffenden von besonderer Bedeutung. Dazu gehöre auch der wohl dosierte Wechsel zwischen Erinnerung und Abstand beziehungsweise Ablenkung. „Psychotherapeutische Möglichkeiten sind auf Grund der äußeren Rahmenbedingungen begrenzt“, so der Arzt. Hier sei auch die Flexibilität kommunaler Entscheidungsträger gefragt.

Auf seine Leber sollte jeder gut achtgeben (Abendvisite 01/2017)

Dr. Klaus Waltermann referierte über ein Körper-Organ von zentraler Bedeutung

Alkohol ist nicht der einzige Grund für Leberschäden. Übergewicht ist unter anderem ein weiterer Risikofaktor. Die Fettleber avanciert sogar mittlerweile zur häufigsten Lebererkrankung in Deutschland.
In einer weiteren Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“ referierte Dr. med. Klaus Waltermann, Chefarzt mit Schwerpunkt Gastroenterologie im UKM Marienhospital Steinfurt, zum Thema „Leberkrankheiten“. Vor zahlreichem Publikum gab er einen Überblick, bei dem er auch mögliche Therapien beschrieb.
Mit 1,5 Kilogramm ist die Leber das größte Organ des menschlichen Körpers. Für Entgiftung und Stoffwechsel hat sie zentrale Bedeutung. Selbst bei Erkrankung bleiben Symptome zunächst aus, denn die Leber selbst hat kein Schmerzempfinden. „Wenn sie durch Entzündung oder Verfettung vergrößert ist, kann sie jedoch auf umgebendes Gewebe drücken und dort Schmerz verursachen“, erläuterte Waltermann. Erhöhte Leberwerte sollten auf jeden Fall medizinisch abgeklärt werden, denn sie könnten auf eine Krankheit hinweisen. Zu möglichen Signalen, dass etwas nicht in Ordnung ist, zählen ständige Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Druckgefühl im rechten Oberbauch sowie Juckreiz.
Ein starker Risikofaktor ist regelmäßiger Alkoholgenuss. „Menschen vertragen unterschiedlich viel“, so der Experte. So vertrügen gesunde Frauen zirka ein Glas Wein pro Tag, bei gesunden Männern liege die Menge bei ungefähr zwei Gläsern täglich. „Dauerhaftes Überschreiten dieser Menge schädigt die Leber“, machte der Chefarzt deutlich. Leberkranke sollten Alkohol möglichst ganz meiden. Regelmäßiger Alkoholkonsum berge die Risiken einer alkoholischen Fettleber, einer alkoholischen Fettleber-Entzündung und in späteren Stadien einer Zirrhose und des Leberkrebses.
„Es gibt kein Medikament, dass eine Zirrhose zurückbilden kann, auch nicht so genannte Leberschutzmittel wie Mariendistel, Artischocken und Ähnliches“, hob der Chefarzt hervor. Es gebe nur wenige Möglichkeiten der Therapie wie absoluter Alkoholverzicht, gesunde Ernährung oder in ausgewählten Fällen eine Transplantation.

Wenn Hüftgelenkschmerzen unerträglich werden (Abendvisite 08/2016)
Wer Probleme mit seinem Hüftgelenk bekommt, hat oft zunächst einmal „Anlaufschwierigkeiten“. Nach dem Aufstehen braucht es ein paar Schritte, bis schmerzfreies Laufen möglich ist.  Der Grund ist letztlich schwindende Knorpelmasse des Gelenks. In späteren Stadien reiben Knochen auf Knochen, was zu erheblichen Schmerzbelastungen führen kann.
Mit diesem Thema befasste sich der leitende Oberarzt Hans-Ulrich Sembowski des Endoprothetikzentrums  im Marienhospital Münsterland, Borghorst. Zahlreiche Interessierte hörten seine Ausführungen in der ersten Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“ nach der Sommerpause.
Treten Schmerzen schon in der Ruhestellung des Gelenks auf, ist die Arthrose bereits weiter fortgeschritten. Zur Auswahl stehen grundsätzlich die konservative und die  operative Therapie. „Ob und wann operiert wird, entscheidet der Patient selbst“, betont Sembowski. Das, so der Experte, sei letztlich eine Frage der Lebensqualität, die der Betroffene für sich beanspruche.
Ziel einer konservativen Therapie, die an erster Stelle steht, sind die Linderung der Schmerzen, die Verbesserung der Beweglichkeit und das Hinauszögern und möglicherweise sogar die Vermeidung eines chirurgischen Eingriffs. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem Gewichtsreduktion sowie die Empfehlung weichen, stoßabsorbierenden Schuhwerks. Allerdings, und darauf sollte sich die Damenwelt einstellen: Die geeigneten Schuhe gehören nicht unbedingt zu den modischen Highlights der Saison.
Ist die konservative Therapie ausgereizt und werden die Beschwerden unerträglich, sollte eine Operation in Betracht gezogen werden. 180000 Hüftprothesen werden jährlich in Deutschland implantiert. Eine Prothese versieht durchschnittlich 20 Jahre lang ihren Dienst, wird sie im Krankenhaus eingesetzt, muss der Betroffene einen stationären Aufenthalt von rund 10 bis 12 Tagen einkalkulieren. „Es ist eine große Zahl unterschiedlicher Prothesenmodelle auf dem Markt“, informierte der Arzt. Grundsätzlich werden drei Versionen unterschieden: die zementzierte so genannte „Endoprothese“, die zementfreie und die Hybrid-Endoprothese, eine Mischform aus beiden. Entscheidend für die Wahl ist der Zustand der Knochenmasse beim Patienten.
Hände ein Leben lang funktionstüchtig halten Abendvisite-Vortrag zeigte Wege der Behandlung bei Problemen (06/2016)
Handchirurgie hat sich in der Medizin mittlerweile zu einem Spezialgebiet innerhalb der chirurgischen Disziplinen entwickelt. Rund 1000 Fälle jährlich registriert das Marienhospital am Standort Steinfurt. Chefarzt Dr. med. Hartmut Thiel beschrieb in einer weiteren Folge der Vortragsveranstaltung „Abendvisite“ in Borghorst Erkrankungen und Verletzungen der Hände, die im Normalfall zu Einschränkungen in ihrer Funktion führen. Der Spezialist für Unfall-, Hand- und Orthopädische Chirurgie erläuterte vor zahlreichem Publikum Therapiemethoden, die darauf abzielen, einen problemlosen Gebrauch der Hände bei allen täglichen Verrichtungen weitreichend aufrecht zu erhalten.
Unter anderem zeigte der Arzt Röntgenbilder diverser Frakturen und Möglichkeiten, sie zu heilen. Häufiger tritt die „Seitenbandruptur“ des Daumens auf, landläufig als „Skidaumen“ bezeichnet. „Wir nehmen hier im Krankenhaus jährlich rund 40 Operationen dieser Bandverletzung vor, die häufig aus Stürzen auf die Hand bei abgespreiztem Daumen resultiert“, so Thiel. Früherkennung und Frühoperation seien besonders wichtig.
Zu den bekanntesten und am häufigsten auftretenden Problemen gehört das „Karpaltunnelsyndrom“. Dabei ist ein Engpass im Handwurzelbereich entstanden, der den so genannten „Nervus medianus“ beeinträchtigt. „Meistens sind Frauen betroffen, die Quote liegt bei rund 80 Prozent“, so der Arzt. In Deutschland leiden bis zu einer Million Menschen unter dem Syndrom, das zunächst häufig nachts Schmerzen und Missempfindungen in der Hand auslöst. Sie können bis in den Arm ausstrahlen. Die Behandlungsmethoden reichen von der Schienung der Hand bis hin zur Operation.
Weitere Themen waren unter anderem die „Dupuytren`sche Kontraktur“, der „schnellende Finger“ und die Sattelgelenksarthrose.
Schmerzen machen sich selbstständig (Abendvisite 04/2016)

Dr. med. Thomas Bade, Leitender Oberarzt der psychosomatischen und psychotherapeutischen Abteilung des Marienhospitals in Laer und Altenberge, hat die Reihe "Abendvisite" mit einem Vortrag über "Psychosomatisch-psychotherapeutische Diagnostik und Therapie von chronischen Schmerzerkrankungen" fortgesetzt. Bis zu acht Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Schmerzen. „Rund 600 000 benötigen dringend eine spezielle schmerztherapeutische Behandlung", so der Mediziner. 25 Prozent von ihnen würden an einer sogenannten manifesten Depression leiden, 50 Prozent hätten mindestens eine depressive Phase erlebt.

„Chronischer Schmerz kann Folge eines gestörten Gleichgewichtes sein", so Bade. Der Schmerz sei nicht eingebildet oder herbeigeredet, er sei real. Das "Schmerzgedächtnis" des Gehirns spiele dabei oft eine große Rolle. Denn: Bleiben Schmerzen längere Zeit unbehandelt, können sie sich verselbstständigen.

„Möglicherweise ist bei Betroffenen die Balance zwischen Arbeit, Entspannung. sozialen Kontakten und Zukunftserwartungen nicht ausgeglichen", erläuterte der Experte. Länger anhaltender physischer und psychischer Stress würden bei der Problematik oftmals eine Rolle spielen.

Um einer Chronifizierung entgegen zu wirken, empfahl Bade unter anderem die frühzeitige ausreichende Schmerzmedikation, eine aktive Schmerzbewältigung und die Annahme der Unterstützung aus dem privaten und therapeutischen Umfeld. Bade hat darüber hinaus Leitlinien allgemeiner Behandlungsgrundsätze chronisch schmerzkranker Menschen aufgezeigt. Dazu gehören eine ausführliche Schmerzanalyse mit entsprechenden Informationen, eine angemessene medikamentöse Behandlung, regelmäßige Bewegung und psychotherapeutische Maßnahmen.

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